Hubbe-Cartoons

Vom 09.09. bis zum 02.10.2013 fand im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen eine Ausstellung zu dem Thema: „Mit Behinderungen ist zu rechnen” statt. Sie wurde von unserem Verband organisiert und begleitet. Zu sehen waren UnKorrekte Cartoons von Phil Hubbe.

Phil Hubbe ist seit 1985 an MS (Multiple Sklerose) erkrankt. Von Freunden und Kollegen wurde er ermutigt, die Krankheit zum Thema von Cartoons zu machen. Zahlreiche Bücher, Kalender und Postkarten sind seitdem entstanden. Mit Witz und Ironie versteht er es, Alltagssituationen von behinderten Menschen zu erfassen und in seinen Cartoons zu thematisieren.

Bereits im Vorfeld der Ausstellung gab es heftige Diskussionen, ob über behinderte Menschen Witze gemacht werden dürfen und ob so eine Ausstellung überhaupt im Landratsamt veröffentlicht werden sollte.

In meinen Grußworten anlässlich der Vernissage bin ich darauf eingegangen:

„…Unser Verband ist seit vielen Jahren tätig und setzt sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Ziel ist es Bedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können. Das ist leider noch lange nicht selbstverständlich. Bauliche Barrieren, aber auch Barrieren in den Köpfen der Menschen, hindern uns oft daran. Vorurteile, die auch bei den Betroffenen bestehen, müssen abgebaut und Hemmschwellen beseitigt werden. Das geht nur, wenn wir es lernen, aufeinander zuzugehen und ein offenes Ohr für die Probleme des anderen haben. Die Ausstellung „Mit Behinderungen ist zu rechnen” soll eine Möglichkeit sein, miteinander ins Gespräch zu kommen. In Ihren Bildern stellen Sie, Herr Hubbe, Situationen dar, die viele Betroffene in ihrem Alltag schon einmal erlebt haben. Mitunter übertrifft das Leben die kühnsten Vorstellungen. Mit Witz und Humor, aber nie verletzend, verstehen Sie es, diese Situationen wiederzugeben. Sie scheuen sich nicht, auch vor unangenehmen Themen halt zu machen und diese mit einem Augenzwinkern auf’s Papier zu bringen. Dank Ihrer Bilder ist es uns möglich, in einen Dialog zu treten und Veränderungen anzustreben.

Natürlich stellt sich dem einen oder anderen die Frage, ob über Menschen mit Behinderungen Witze gemacht werden dürfen. Ich möchte an dieser Stelle nur für mich sprechen. Als Rollstuhlfahrer werde ich oft mit verschiedenen Situationen konfrontiert, die sich unter anderem in den ausgestellten Bildern wiederfinden. Sie sind Teil meines Lebens, genau wie meine Behinderung. Ich lebe mit ihr und gestalte meinen Alltag weitestgehend selbständig. Dabei bleibt es nicht aus, dass ich auf Situationen stoße, wo Barrieren mir meine Grenzen aufzeigen oder die ich ohne Hilfe anderer nicht meistern kann. Das ist mitunter ärgerlich. Da hilft mir nur eine Portion Gelassenheit und Humor. Es heißt nicht umsonst: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.”. Mit Humor bekomme ich einen Abstand zu der scheinbar ausweglosen Situation und kann diese dann leichter meistern. Abgesehen davon geht es nicht darum, über eine Behinderung zu lachen, sondern über die Situation, die sich daraus ergeben kann. Und damit habe ich absolut kein Problem! Aber diese Frage kann und muss jeder für sich selber beantworten…”

Jürgen Schmidt
Vorsitzender

Mit freundlicher Genehmigung durch Herrn Philipp Hubbe! Hier geht es weiter zu seiner Seite:
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